Hegenen



Hegenen Angeln & Tiroler Hölzl

Das Angeln mit der Hegene verbinden viele nicht unmittelbar mit dem Fliegenfischen. Beim klassischen Hegenen Angeln kommen jedoch ebenfalls Nymphen zum Einsatz, die mit derselben Technik und denselben Materialien gebunden werden, wie die künstlichen Fliegen für das Fliegenfischen. Hegene Angeln kann also durchaus als Fischen mit der Fliege bezeichnet werden.

In dieser Kategorie haben wir für dich die besten Nymphen, bereits gebundene Hegenen und weiteres Zubehör wie selbsteinstellende Renkenschwimmer, bleifreie Gewichte, monofile Schnüre mit besonderen Eigenschaften sowie praktische Kescher mit gummierten Netzen für die Hegenen Fischerei im See, sowohl vom Ufer aus wie auch vom Boot zusammengestellt. Auf diese Weise kannst du nicht nur die fängisten Hegenen kaufen, sondern findest auch gleich noch das passende Zubehör, um deine Hegenen Ausrüstung zu komplettieren.

Mit der Hegene kannst du sehr erfolgreich vielen verschiedenen Fischarten in unterschiedlichen Gewässern nachstellen. In vielen Alpen- und Voralpen-Seen lassen sich mit dieser Fischerei-Technik Seesaiblinge und Coregonen, also Renken fangen, die in der Schweiz Felchen und in Deutschland auch Reinanken bzw. Maränen genannt werden. Darüber hinaus eignet sich die Hegene auch bestens für den Fang von Barschen.

Ebenfalls mit der Hegene fangen lassen sich in den großen oberitalienischen Seen die stationären Formen der Finte, lokal Sarda oder Agone genannt, wobei hier eine sehr aktive Führung der speziellen Hegenen-Systeme zum Einsatz kommt. Zur richtigen Zeit ist es dabei keine Seltenheit, mehrere dieser silbernen „Mini-Tarpons“ gleichzeitig an der Angel zu haben.

Auch Forellen und Äschen lassen in Flüssen und Stauseen sehr erfolgreich mit Hegenen-Zügen befischen. Hier kommt das sog. Tiroler Hölzl zum Einsatz, das durch seine spezielle Konstruktion mit dem luftgefüllten Plastikschlauch die Hänger am Grund deutlich reduziert. Diese Angelmethode, auch als „Klötzeln“ bekannt, ist derart effizient und fängig, dass sie mittlerweile an einigen Fließgewässern verboten wurde.   

Was ist eine Hegene?

Eine Hegene ist nichts anderes als ein rund 2 Meter langes, meist monofiles Vorfach, an dem meist zwischen 3 und 5 künstliche Nymphen an kurzen Seitenarmen eingebunden sind. Dieses Hegenen-System, auch manchmal als Nymphen-Zug bezeichnet und in der Schweiz auch als Gambe bekannt, ist an beiden Enden mit einer Schlaufe ausgestattet. In die untere Schlaufe wird ein Gewicht eingehängt, um die Nymphen am Grund bzw. in der gewünschten Tiefe anbieten zu können. Die obere Schlaufe der Hegene hingegen wird mithilfe eines Karabinerwirbels an der Hauptschnur befestigt.

Wo ist aber nun beim Hegenen-Zug „oben“ und „unten“? Dabei orientiert man sich an den nur 3-5 cm kurzen Seitenarmen. Die Hegenen-Montage an der Hauptschnur erfolgt so, dass diese Seitenarme nach oben abstehen. Die Nymphen sind dabei mit einer kleinen Schlaufe und damit sehr beweglich am Seitenarm befestigt. So wippen die Nymphen an den Seitenarmen im Wasser sehr reizvoll und lassen sich sehr lebendig führen.

Nymphen für das Hegenen Angeln

Der wichtigste Bestandteil einer Hegene sind natürlich die daran angebrachten Köder, in aller Regel Nymphen. Diese können sich je nach Zielfischart sowie dem Gewässer, in dem sie zum Einsatz kommen, unterscheiden.

Nymphen für Renken – Felchen – Reinanken – Maränen

Beim Hegene Angeln auf Renken und Felchen kommen künstliche Nymphen zum Einsatz, die in erster Linie die Larven und Puppen der sog. Chironomiden, also der Zuckmücken imitieren. Diese artenreiche Insektengruppe kommt vor allem in stehenden Gewässern sehr häufig vor und stellt damit eine wichtige Nahrungsgrundlage für Fische dar.

Die Renkennymphen werden auf feine Haken der Größen #12, #14 und #16 gebunden. Zum Einsatz kommen dabei sowohl goldene als auch brünierte Haken, die unterschiedlich geformt sein können. Obwohl die Nymphen für Renken und Felchen eher simpel gebunden werden, ist die Vielfalt an Mustern und Varianten durch die unzähligen Bindematerialien in vielen verschiedenen Farben beinahe unendlich. Die Farbgebung ist meist schlicht und setzt sich zusammen aus einer Grundfärbung des Körpers, der zusätzlich mit Bindefaden oder Tinsel gerippt sein kann und einem Nymphen-Köpfchen in Kontrastfarbe. Häufig wird das Köpfchen auch mithilfe einer Glas- bzw. Kunsstoffperle imitiert.

Beliebte Farben für Renken- und Felchennymphen sind:

  • rot
  • schwarz
  • braun
  • grün
  • violett
  • dunkelblau

sowie eine Kombination dieser Farben. Nymphen, die aufsteigende Puppen imitieren sollen, wird oft auch ein weißes Büschel eingebunden, das beim echten Insekt der Atmung dient. Zudem können auch Beinchen, Schwänzchen, Anhängsel und ähnliches eingebunden sein. Insgesamt sind die Nymphen aber eher schlank und spärlich gebunden. Durch die Lackierung des fertigen Musters wird die Hegenen Nymphe einerseits haltbarer, andererseits bekommt sie eine glänzendere Oberfläche. Zum Einsatz kommt dabei auch UV-aktiver Lack sowie Lack mit Glitter. Zu bestimmten Zeiten und in bestimmten Situationen kann aber eine unlackierte Hegenen Nymphe mindestens genauso gut fangen.

Wir haben für dich bereits die besten Hegenen für Renken – Felchen – Reinanken – Maränen zusammengestellt, damit du problemlos die erfolgreichsten Hegenen kaufen kannst, um damit deine ersten Coregonen zu fangen.

Nymphen für Saiblinge und Forellen

Mit den eben beschriebenen Typen von Nymphen lassen sich natürlich auch Saiblinge und Forellen ganz hervorragend überlisten. Zusätzlich werden bei diesen Fischarten jedoch manchmal auch bewusst Nymphen verwendet, die in auffälligeren Farben gebunden sind. So kommen hier oft auch hellere und zum Teil auch knalligere Farben zum Einsatz, um die Neugier von Saiblingen und Forellen zu wecken. Durch das größere Maul beider Fischarten dürfen auch die Nymphen etwas robuster gebunden sein.

Nymphen für Barsche

Ähnlich wie bei Saibling und Forelle ist es auch beim Barsch. Nicht selten fängt man beim Hegenen Angeln auf Renken als willkommenden Beifang einen oder mehrere Barsche auf die filigranen Renkennymphen, wenn sich ein Schwarm in der Nähe der Hegene aufhält. Als ausgesprochener Raubfisch sind beim gezielten Hegenen Angeln auf Barsch allerdings Hegenen-Züge überaus erfolgreich, die kleine Beutefischchen und Fischbrut nachahmen. Diese Köder haben mit den klassischen Renken- und Felchennymphen nicht mehr viel gemeinsam, sondern bestehen aus modernen Bindematerialien wie Marabou, Flash-Fasern, Folien oder Chenille, die auch mit kleinen Silikon-Ködern kombiniert werden können und zielen damit vor allem auf viel Bewegung und optischen Reiz. Diese Muster werden auch auf Haken der Größen #10, #8 oder sogar #6 gebunden.

Du möchtest diese speziellen Hegenen kaufen, um die deine ersten Barsche damit zu fangen? Dann schau doch dir doch hier unsere Barsch Hegenen an.

Nymphen für Finten

Auch bei der Hegenen Fischerei auf Finten kommen Hegenen-Züge mit gebundenen Nymphen zur Anwendung. Diese sind vorzugsweise in hellen und leuchtenden Farben wie weiß, gelb, silber, gold, chartreuse oder fluo-orange gebunden. Gerne kommen dabei Bindematerialien mit Glitzereffekt zum Einsatz sowie Schwänzchen und Anhängsel aus Flashfasern am Kopf oder am Ende der Nymphe, die beim ungewöhnlich schnellen Einholen der Hegene im Wasser aufblitzen und die Sarda, bzw. Agone, wie sie vor Ort genannt werden, zum Anbiss reizen.

Du bist neugierig geworden und möchtest bei deinem nächsten Italien-Trip den Finten mit der Hegene fangen? Um auf Nummer sicher zu gehen, solltest du einige dieser Hegenen kaufen, die für Sarda bzw. Agone besonders fängig sind.

Nymphen für Forellen und Äschen

Vor allem im Fluss lassen sich mit Hegenen-Systemen äußerst erfolgreich Forellen und Äschen überlisten, wo sie traditionellerweise mit dem Tiroler Hölzl gefischt werden. Die an diesen Hegenen-Zügen verwendeten künstlichen Fliegen gleichen eher den Nassfliegen. Der Unterschied besteht vor allem darin, dass bei diesen speziellen Fliegen für die Montage am Tiroler Hölzl ein ca. 10 cm langes Monofil bereits fix eingebunden wird. Damit wird die Fliege am Vorfach befestigt, an dessen unterem Ende sich das Tiroler Hölzl befindet und das am anderen Ende mit der Hauptschnur verbunden wird. Diese Nymphen oder Nassfliegen werden sowohl mit Messingköpfchen gebunden als auch Köpfchen aus Glass- oder Kunststoffperlen.

Auch in alpinen Seen kannst du mit diesen Nymphen auf Forellen und Äschen fischen. Hier präsentierst du die Hegenen Montage am Grund mit schwerem Endblei und ohne Pose. Im Detail werden wir dir diese Angeltechnik weiter unten noch im Detail vorstellen.

Die fängigsten Nymphen für die Fischerei mit dem Tiroler Hölzl haben wir bereits für dich zusammengestellt.

Montagen, Ausrüstung und Angeltechnik mit der Hegene

Mit der richtigen Ausrüstung und einer gut abgestimmten Montage kann das Angeln mit der Hegene sehr spannend und erfolgreich sein. Für den Anfang bist du mit einigen wenigen Geräten, etwas Zubehör und einem Hegenen-Zug bestens für das Abenteuer Hegenen Angeln gerüstet. Schauen wir uns gemeinsam an, welche Ausrüstung sich in welcher Situation bewährt hat, damit sich die ersten Fänge möglichst bald einstellen.

Hegenen Angeln am See auf Renken (Felchen, Reinanken, Maränen) Forellen, Saiblinge und Barsche 

Hegenenfischen wird vor allem an stehenden Gewässern wie Seen im Gebirge und im Flachland sowie an Stauseen betrieben. Grundsätzlich ist dabei das Fischen sowohl vom Ufer als auch vom Boot aus möglich.

Hegenen Angeln vom Ufer mit der Renkenschwimmer Montage

Die einfachste und unkomplizierteste Methode, um seine ersten Fische mit der Hegene zu fangen, ist sicherlich die Fischerei vom Ufer aus. Um die Fische an ihren Standplätzen auch zu erreichen, ist es unumgänglich, die gesamte Hegene auch auf größere Distanzen auszuwerfen. Durch die Verwendung einer speziellen Hegenen Pose steht die Hegene schön vertikal gespannt vom Gewässergrund ab. Zusätzlich zeigt der Schwimmer den Biss an, indem er leicht zu tänzeln beginnt oder umfällt, wenn der Fisch beim Biss das Blei vom Boden anhebt und die Spannung der Schnur verloren geht.  

Dafür eignen sich Angelruten, die zwischen 3,50m und 4,50m lang sind und ein optimales Wurfgewicht von rund 40 Gramm haben. Die lange Rute ist notwendig, um die Hegene mit einer Länge von gut 2 Metern sowie den Renkenschwimmer handhaben zu können. Die Rute sollte eine sehr weiche Spitze haben, durch die du das rund 30 bis 40 Gramm schwere End-Gewicht auch an der relativ dünnen Schnur weit auswerfen kannst, ohne einen Schnurbruch zu riskieren. Zudem verhindert die weiche Rutenspitze ein Ausschlitzen des kleinen Hakens beim Drillen und Anlanden des Fisches. Das hohe End-Gewicht erleichtert dir nicht nur das Auswerfen der gesamten Montage, durch den Widerstand hakt sich der Fisch beim Anbiss auch selbst.

Eine große Erleichterung, vor allem bei größeren Wassertiefen und unregelmäßigem Gewässerboden sind die selbsteinstellenden Renkenschwimmer, die beim Angeln auf Renken und Co. zum Einsatz kommen. Diese praktischen Hegenen Posen machen das mühselige Einstellen der richtigen Tiefe durch Stopperknoten an den Hauptschnur überflüssig. Die spezielle Konstruktion mit auffällig gefärbtem Schwimmkörper und großer Pilotkugel am oberen Ende sorgt dafür, dass durch den Wellengang die Hegenen schön auf und ab bewegt werden. Beginnt der Renkenschwimmer sich zu bewegen oder fällt er um, hat ein Fisch die Hegenennymphe genommen. Renkenschwimmer eignen sich natürlich nicht nur bestens für das Hegenen Angeln auf Renken/Felchen/Reinanken/Maränen. Solche Hegenen Posen lassen sich ebenso gut auf Barsche, Saiblinge und Forellen einsetzen.

Eine Stationärrolle mit fein einstellbarer Bremse und bestückt mit einer weichen und gut dehnbaren Monofilschnur in 0,18-0,20 mm Durchmesser, die die Fluchten auch größerer Fische dämpft, komplettiert deine Ausrüstung zum Angeln mit der Hegene an der Posen Montage vom Ufer.

Hegenen Angeln vom Ufer mit dem Unterwasser Schwimmer

Bei einer abgewandelten Variante wird der große Renkenschwimmer durch einen kleinen Schwimmer ersetzt, der als Auftriebskörper fungiert. Diese kleine Unterwasser Pose wird auf der Hauptschnur knapp oberhalb des Karabiners fixiert und braucht nur wenig Auftrieb, da sie nur die Hegene aufrichten muss. Sehr gut dafür eignen sich beispielsweise große Bissanzeiger, wie sie beim Fliegenfischen zum Einsatz kommen. An der Spitze der Montage befindet sich ein 30 bis 40 Gramm schweres Gewicht, durch das sich die Fische selbst haken, wenn sie die Nymphe nehmen. Den Biss erkennen wir an den wippenden Spitze der aufgestellten Angelrute.

Ein großer Vorteil ist die überragende Wurfweite, die mit dieser überbleiten Unterwasser Posen Montage möglich wird, denn sie lässt sich viel weiter werfen als mit einem großen, schweren und windfängigen Schwimmers. Diese Methode ist auch bei starkem Wind und/oder starkem Wellengang ideal, da sich bei solchen Bedingungen ein großer Renkenschwimmer nicht mehr eignet.

Hegenen Angeln vom Ufer ohne Schwimmer

Je nach Situation vor Ort ist es durchaus möglich, die Hegene völlig ohne Schwimmer und nur mit einem schweren End-Gewicht zu präsentieren. Auch hier kommen Gewichte von 30 bis 40 Gramm zum Einsatz. Und auch sonst gleicht die Methode jener mit dem kleinen Unterwasser Schwimmer, aber eben ohne diesen Schwimmer. Auch hier haken sich die Fische selbst, die Bisse erkennst du an der wippenden Rutenspitze oder an der sich bewegenden Angelschnur.

Diese sehr einfache Montage eignet sich besonders an Seen und Stauseen mit vergleichsweise steilen Ufern, sodass die Hegene auch ohne Auftriebshilfe schön vom Grund absteht. Eine Angelrute um die 3,50 bis 4 Meter erleichtert weite Würfe. Nach dem Auswerfen wartest du einfach, bis das Gewicht den Grund erreicht hast, schließt den Schnurbügel und spannt die Schnur leicht, bis du das Gewicht spürst. Indem du die Rute steil am Ufer aufstellst, ergibt sich ein guter Winkel, der die Ausrichtung der Hegenen-Montage unterstützt.

Hegenen Angeln vom Boot

Wenn du die Möglichkeit hast und die Fischereiordnung des Gewässers das Angeln vom Boot erlaubt, solltest du dieser Variante beim Hegene Angeln den Vorzug geben. Denn es gibt gleich mehrere Vorteile, die das Fischen mit der Hegene auf Renken, Barsche, Saiblinge und viele andere Fische vom Boot aufweist:

  • Du erreichst viel mehr Standplätze als beim Hegene Angeln vom Ufer aus
  • Du musst nicht so weit werfen und kannst punktgenau auf demselben Standplatz fischen, beispielsweise wenn ein Schwarm schöner Barsche anwesend ist
  • Du bist viel mobiler und kannst den Standplatz schneller wechseln. Vor allem an großen Gewässern ist das ein enormer Vorteil
  • Das Hegene Angeln vom Boot ist vielfältiger. Neben dem Hegene Angeln mit dem Renkenschwimmer mit derselben Gerätezusammenstellung wie vom Ufer kannst du vom Boot deine Hegene an der Heberute präsentieren.

Das Hegenen Angeln mit der Heberute ist eine sehr sensible und gefühlvolle und aktive Fischerei, die Konzentration und Aufmerksamkeit erfordert. Genau das macht sie auch so spannend. Wenn du erst mal ein Händchen dafür entwickelt hast, verlierst du mit dieser Technik auch weniger Fische als mit der Hegenen Montage am Renkenschwimmer. Und nicht zuletzt brauchst du für diese Angeltechnik noch weniger Ausrüstung. An einer etwa 1,80m bis 2,40m langen, sehr sensiblen und weichen Heberute mit parabolischer Aktion wird der Hegenen-Zug an einem 3 bis 10 Gramm schweren Endgewicht angeboten. Diese Montage erlaubt dir, die Hegenen-Nymphen nicht nur am Grund, sondern in jeder beliebigen Tiefe anzubieten.

Zum Leben erweckt werden die Nymphen an der Hegene, indem die Rute langsam und in kleinen Schritten und Pausen angehoben wird. Dies lässt die Nymphe am Seitenarm wippen und imitiert die aufsteigenden Puppen-Stadien der Zuckmücken. Daher wird das Heben auch manchmal als Zupfen bezeichnet. Entsprechend findest du dann auch die Bezeichnungen Renken/Felchen/Maränen zupfen, Zupfrute usw. 

Vor allem der Biss der Renke ist dabei überaus zart. Ein minimaler Widerstand der Schnur, aber auch eine Rutenspitze, die sich bei einem sog. Hebe-Biss wenige Millimeter aufrichtet, sollte mit einem sofortigen Anhieb quittiert werden, der aber nicht mehr als ein Spannen der Schnur sein sollte. Zwar gibt es für das Hegenen Angeln mit der Heberute auch spezielle Laufrollen mit großem Innendurchmesser. Diese vermitteln ein noch direkteres Erlebnis im Drill. Aufgrund der fehlenden Bremse sind sie aber eher den Spezialisten vorbehalten. Eine Stationärrolle mit fein anlaufender und gut einstellbarer Rollenbremse ist völlig ausreichend.   

Aktiv gefischte Hegene

Wie wir bereits zu den unterschiedlichen Hegenen für die einzelnen Fischarten kurz gesehen haben, können Hegenen-Systeme auch sehr aktiv und dynamisch angeboten werden, indem sie mit einem entsprechenden Wurf-Gewicht bestückt, ausgeworfen und wieder eingeholt werden. Auch bei diesen Angelmethoden ist die Ausrüstung vergleichsweise simpel und überschaubar, sodass der Einstieg relativ leichtfällt.

Hegene Fischen auf die Finte

Viele oberitalienische Seen beherbergen mit der Finte eine Fischart, die eigentlich im Meer vorkommt und nur zum Laichen in die Flüsse aufsteigt. Mit dem Rückzug der Gletscher nach Ende der letzten Eiszeit bildeten sich in diesen Seen stationäre Süsswasserformen. Vor Ort werden sie Sarda oder Agone genannt und stellen in diesen Gewässern einen überaus beliebten Angel- und Speisefisch dar. Wenn zur Laichzeit allabendlich riesige Schwärme Richtung Ufer ziehen, kann die Sarda sowohl vom Ufer als auch vom Boot in der Nähe des Ufers mit der Hegene gefangen werden.

Dazu eignet sich eine rund 3,50 bis 4,00 Meter lange Rute mit eher weichen Spitze, bestückt mit Stationärrolle und monofiler Schnur mit 0,20 - 0,25 mm Durchmesser. Vom Ufer aus, wo es eher auf Wurfweite ankommt, kann alternativ auch eine geflochtene Schnur zum Einsatz kommen. An der Hauptschnur wird das Hegenen-System für die Finte mit einem Karabiner eingehängt. Am vorderen Ende wird ein Wurfgewicht zwischen 20 und 40 Gramm befestigt. Das Tiroler Hölzl hat sich hier als praktisch erwiesen, weil es sich durch die stromlinienförmige Form gut werden lässt und durch den Auftrieb nicht so schnell sinkt. Aber auch andere Gewichte lassen sich problemlos fischen.

Nach dem Auswerfen lässt man die Montage wenige Sekunden absinken, um dann zügig einzuholen. Ist man zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle kann es durchaus passieren, dass gleich mehrere Agone die flatternden Nymphen der Hegene nehmen.

Tiroler Hölzl

Im Fluss finden Hegenen-Montagen auch bei der Fischerei auf Forellen und Äschen Anwendung, und zwar in Kombination mit dem Tiroler Hölzl. Dabei handelt es sich um ein Gewicht, meist aus Blei, das am Ende eines Kunststoffschlauches angebracht ist, der seinerseits luftgefüllt ist. Das Gewicht ermöglicht das Auswerfen der Montage, die Luft im Schlauch sorgt dafür, dass das vergleichsweise schlanke und langgestreckte Tiroler Hölzl aber nicht flach am Grund liegt, sondern aufgerichtet bleibt. Dadurch bleibt es nicht so leicht am Grund hängen. Eine gewisse Ähnlichkeit zu modernen drop-shot-Bleien und entsprechenden Montagen lässt sich nicht leugnen.  

Eine Angelrute mit rund 3,50 Meter Länge erleichtert dir einerseits das Auswerfen der Hegenen-Montage lässt sich aber auch am Fluss noch gut handhaben. Die Hegene selbst ist beim Angeln auf Forellen und Äschen aber vorzugsweise mit den speziellen Nymphen für die Tiroler-Hölzl-Montage bestückt, die eher an Nassfliegen erinnern, wie wir bereits weiter oben gesehen haben. An das vordere Ende der Montage kommt das 30 bis 40 Gramm schwere Tiroler Hölzl.

Nach dem Auswerfen schräg stromauf sinkt das Tiroler Hölzl auf den Grund und die Spitze der Angelrute zeigt nach oben, sodass der Hegenen-Zug vom Gewässergrund absteht. Du holst Schnur ein, bis du Spannung zum Tiroler Hölzl hergestellt hast und lässt es anschließend, unterstützt durch die Strömung, über den Flussgrund „springen“. Gleichzeitig holst du immer nur so viel Schnur ein, dass diese schön gespannt bleibt und begleitest so dein Tiroler Hölzl flussab. Wenn es auf deiner Höhe angekommen ist, kannst du es vor dem nächsten Wurf noch im Schwung flussab ausfischen. Durch die großen Wurfweiten bist du in der Lage auch große Gewässer systematisch abzufischen.

Da die Fliegen deines Hegenen-Zuges konstant in der „heißen Zone“ knapp über Grund angeboten werden und du ganze Gewässerabschnitte flächendeckend abfischen kannst, ist die Fischerei mit der Tiroler Hölzl Montage unglaublich effizient und fängig. So fängig, dass diese Angeltechnik in einigen Gewässern bereits verboten wurde.

Nützliches Zubehör

Für das Angeln mit der Hegene brauchst du keine umfangreiche und teure Ausrüstung. Praktische Renkenschwimmer, dazu passende Gewichte und fängige Hegenen haben wir bereits vorgestellt. Mit dem folgenden Zubehör machst du dir das Leben am Wasser deutlich einfacher und vermeidest unnötigen Ärger:

  • Kescher mit Teleskop-Griff: Ein stabiler Kescher mit großer Kescheröffnung und Teleskop-Griff ist bei allen Arten des Hegenen Angelns überaus nützlich. Sowohl vom Ufer als auch vom Boot kannst du den Fisch damit viel sicherer landen, da gerade in der Endphase des Drills viele Fische ihre letzten Kräfte mobilisieren. Aufgrund der vielen freien Haken an der Hegene raten wir dir auch von einer Handlandung ab. Ein feines, knotenloses und weiches Keschernetz schützt die empfindliche Haut des Fisches. Wer bereits einmal einen 5er Hegenen-Zug aus einem Gewebenetz herauslösen musste und sich dabei schwarzgeärgert hat, während die Angelkollegen entspannt weitergeangelt haben, wird sicherlich einem gummierten Netz oder einem Netz aus Nylon den Vorzug geben.
  • Aufwickler: Die runden Aufwickler eignen sich bestens, um deine Hegenen-Systeme sicher, geordnet und übersichtlich zu lagern und zu transportieren. Am Wasser erledigst du den Wechsel von einem Hegenen-Zug auf einen anderen mit diesen Aufwicklern schnell und problemlos. Die einzelnen Nymphen an den Seitenarmen stichst du dabei einfach in das weiche Material des Aufwicklers, das obere und untere Ende der Hegene befestigst du am einfachsten mit zwei Stecknadeln.