WAS IST EIN BOBBIN ZUM FLIEGENBINDEN?

Ein Bobbin oder Spulenhalter ist ein vom Prinzip her einfaches aber beim Binden von künstlichen Fliegen unentbehrliches Werkzeug. Im Prinzip macht der Bobbin nichts anderes, als die Spule des Bindegarns festzuhalten, damit nur kontrolliert Bindegarn abgegeben wird. So kannst du das Bindegarn schön straff um den Hakenschenkel wickeln und all die anderen Materialien, die du für das Binden deiner Imitationen brauchst, am Fliegenhaken fixieren. Wenn du den Bobbin gerade nicht benutzt, hängt er am Bindefaden unter deiner Fliege und hält diesen unter Zug, damit sich keine Bindematerialien lösen.

WIE EIN BOBBIN FÜR FLIEGENBINDEGARNE AUSSIEHT:

Der Markt bietet dir sehr viele unterschiedliche Formen und Typen von Bobbins an. Im Folgenden versuchen wir, dir die wichtigsten Merkmale der verschiedenen Modelle zu erläutern, damit du genau den Bobbin findest, der deinen Bedürfnissen am besten entspricht:

  • Bobbin mit 2 Haltebügeln
  • Einarmiger Bobbin mit einstellbarer Spulen-Bremse
  • Schnurführung aus Kunststoff, Stahl oder Keramik?

BOBBIN MIT ZWEI HALTEBÜGELN

Bobbins mit zwei Haltebügeln sind unter Fliegenbindern sicherlich am weitesten verbreitet, unabhängig davon, ob Anfänger oder Profi-Binder. Sie sind sehr einfach in der Handhabung und haben ein breites Anwendungsspektrum. Gerade wenn du in die wunderbare Welt des Fliegenbinden einsteigst, können wir die diesen Bobbin-Typ sehr empfehlen.

Heutzutage haben die allermeisten Spulen der Bindegarne Standard-Maße, und alle in unserem Online-Shop angebotenen Bobbins eignen sich trotz ihrer unterschiedlichen Bügelbreiten für nahezu alle Spulen auf dem Markt. Zudem sind die Spulen aller Bindegarne, die du bei uns findest, mit jedem Bobbin kompatibel.

Aufgrund des Konstruktionsprinzips dieser Bobbins bestimmt die Spannung der Haltebügel den Abziehwiderstand des Bindegarns. Ein gewisser Widerstand ist nötig, um das Bindegarn straff auf den Haken wickeln zu können. Sollte er aber zu groß werden, kannst du die Bügel des Bobbins leicht spreizen. Umgekehrt kannst du auch den Abziehwiederstand erhöhen, indem du die Bügel näher zusammenbiegst, denn der Bobbin sollte auch nicht zu lose eingestellt sein. Der Bindefaden sollte nicht alleine von der Spule laufen, wenn der Bobbin frei unter der Fliege hängt.

Manche Bobbins am Markt ermöglichen die Regulierung des Abziehwiderstandes auch über einen Schieber, sodass du keine Bügel verbiegen musst, wie beispielsweise die BOBTEC 1 und BOBTEC 2 Bobbins von Stonfo.

EINARMIGER BOBBIN MIT EINSTELLBARER SPULEN-BREMSE

Es ist in erster Linie persönlicher Geschmack, welchen der beiden Grundtypen von Bobbins du zum Binden deiner Fliegen verwendest. Einarmige Bobbins mit einstellbarer Spulen-Bremse unterscheiden sich von anderen Bobbins dadurch, dass sie eine über eine Schraube einstellbare Bremse haben, mit der du den Abziehwiderstand des Bindegarns sehr fein einstellen kannst.

Das Auswechseln der Schnurspule ist zwar etwas aufwändiger, aber nicht kompliziert. Allerdings musst du bei diesem Bobbin-Typ darauf achten, dass der Bobbin zur Spule des Bindegarns passt. Die Breite der Spule und die Lochung muss zur Achse dieses Bobbins passen. Durch die fortlaufende Standardisierung der verschiedenen Produkte am Markt sollte es aber immer weniger Probleme mit nicht kompatiblen Bobbins und Spulen geben, es sei denn, du verwendest sehr spezielle oder sehr alte Spulen.

SPULENKOPF: KUNSTSTOFF, STAHL ODER KERAMIK?

Neben dem Bau-Typ des Bobbins gibt es aber noch weitere ganz wesentliche Merkmale, auf die du beim Kauf eines Bobbins achten solltest. Hierzu gehört zweifelsohne das verwendete Material des Schnurführungsröhrchens, welches am oberen Austrittspunkt der Bindegarns verwendet wird. Denn es gibt nichts Ärgerlicheres, als wenn der Bindefaden kurz vor der Fertigstellung deiner künstlichen Fliege reißt und sich deine Imitation buchstäblich vor die auflöst.

Grundsätzlich werden drei unterschiedliche Materialien für die Beschichtung dieser Stellen verwendet:

  • Keramik
  • Stahl
  • Kunststoff

Die Schnurführung muss an den Austrittspunkten vor allen Dingen eine möglichst glatte und widerstandsfähige Oberfläche aufweisen, denn über diese Stellen laufen hunderte Meter von Bindefäden und dies unter Spannung. Die modernen Bindegarne sind meist sehr dünn und unter Spannung genügt schon die geringste Unebenheit, um sie zu beschädigen, sodass sie reißen können. Außerdem können die synthetischen Materialien, aus denen moderne Bindegarne bestehen, auf Dauer auch sehr feste Materialien wie Stahl verschleißen.

KERAMIK

Wenn du zum Binden deiner Fliegen vor allem moderne, extrem dünne Bindegarne verwendest, ist ein Bobbin mit einer Schnurführung aus Keramik definitiv die beste Wahl, da dieses Material eine extrem glatte und äußerst widerstandsfähige Oberfläche hat. Allerdings ist dieses Material auch sehr spröde. Fällt dir der Bobbin aus der Hand, kann das Keramik-Inlay der Schnurführung springen und bildet sehr scharfe Kanten und der Bobbin ist nicht mehr zu gebrauchen.

STAHL

Stahl ist definitiv ein guter Kompromiss: glatt, stark und billig. Im Vergleich zu Keramik ist er weniger anfällig für Beschädigungen, wenn man es dir unbeabsichtigt aus der Hand fällt, aber auf lange Sicht könnte es zu einer Aufrauhung der Austritts-Kante führen, wenn du oft sehr dünne, moderne Bindegarnen zum Binden deiner Fliegen verwendest.

KUNSTSTOFF

Kunststoff eignet sich ebenfalls sehr gut, kommt aber in erster Linie dann zur Anwendung, wenn nicht zu dünne Garne verwendet werden. So eignen sich Bobbins mit diesem Material zum Binden klassischer Fliegen mit Baumwollgarn. Auch diese Art von Spule ist viel stoßfester als Keramik, aber wenn du viel bindest, kann es sich schneller abnutzen als die anderen Modelle, vor allem in Kombination mit den dünneren und moderneren synthetischen Bindegarnen.

MONTAGE DER SPULE AUF DEM BOBBIN

Bei einem klassischen Bobbin wird die Spule einfach zwischen die beiden Haltebügel eingespannt, sodass die zentrale Lochung der Spule in die Haltevorrichtungen an den Bügeln einrastet. Bei einarmigen Bobbins wird die seitliche Schraube an der Spulenachse gelöst, die Spule auf die Achse geschoben und die seitliche Schraube wieder aufgesetzt und so fest angezogen, bis der gewünschte Abziehwiderstand eingestellt ist.

Sobald Du die Spule in den Bobbin eingespannt hast, kannst du das Bindegarn durch das Röhrchen der Schnurführung ziehen. Ohne entsprechendes Hilfsmittel kann dies sehr frustrierend sein, ist aber sehr einfach und schnell erledigt, wenn man einen sogenannten Einfädler zu Hilfe nimmt.

Auch bei den Einfädlern gibt es unterschiedliche Modelle, aber sie tun alle ihren Dienst. Du führst den Einfädler von der Spitze her durch das Schnurführungs-Röhrchen in Richtung Spule, hakst oder schlaufst den Bindefaden ein und ziehst ihn mit dem Einfädler durch die Schnurführung nach vorne.

ABSCHLIESSENDE ÜBERLEGUNGEN

Ein Bobbin muss gut in der Hand liegen, denn sie ist das Werkzeug, das man am häufigsten benutzt. Die ergonomische Form erleichtert das Greifen und macht das Binden angenehmer.

Ein kleines Gummiband in Griffweite, mit dem du das eingezogene Bindegarn nach dem Binden am Bobbin fixierst, damit es nicht ausfädelt erspart dir das neuerliche Einfädeln vor der nächsten Bindesession.

Um nicht bei jedem Fliegenmuster aufwändig das Bindegarn wechseln zu müssen, ist es nicht nur praktisch, sondern auch bequem, mehrere Bobbins bei der Hand zu haben, die jederzeit einsatzbereit mit deinen meistverwendeten Bindegarnen bestückt sind.