FLIEGENBINDEGARN

Das Bindegarn ist das wesentliche Ausgangsmaterial für das Binden künstlicher Fliegen. Obwohl man auch Fliegen ohne Haken, wie z. B. Tubenfliegen, binden kann, ist es fast unmöglich, komplett auf das Garn zu verzichten. Das Bindegarn wird um den Schenkel des Hakens gewickelt und dient hauptsächlich zum Befestigen des Fliegenbindematerials, das später deine Fliege formen wird. Einige künstliche Fliegen werden fast vollständig aus Bindegarn hergestellt, das vom einfachen Bindematerial zur Montage der Materialien bishin als Hauptbestandteil der Fliege selbst dienen kann.

Das Wissen um die richtige Handhabung und Verarbeitung des Bindefadens ist entscheidend für zufriedenstellende Ergebnisse. Es gibt beim Fliegenbinden eine unendliche Anzahl von Techniken und Tricks zu erlernen, aber vielleicht gehen wir besser in einem eigenen Artikel näher darauf ein. An dieser Stelle möchten wir dir lediglich einige Ratschläge zur Auswahl des richtigen Bindegarns geben.

Es gibt viele verschiedene Bindegarne auf dem Markt, sodass die Auswahl für Anfänger ziemlich kompliziert werden kann. Jedes Garn hat tatsächlich sehr unterschiedliche Eigenschaften und eignet sich daher für bestimmte Anwendungen. Das Binden einer künstlichen Fliege mit einem falschen Faden könnte nicht nur ärgerlich, sondern auch kontraproduktiv sein.

Um dir den Einstieg zu erleichtern und damit du weißt, welches Bindegarn für deine Bedürfnisse am besten geeignet ist, haben wir diesen kleinen Leitfaden erstellt.

Inhalt:

  1. STRUKTUR DES BINDEGARNS
  2. ZUSAMMENSETZUNG DES BINDEGARNS
  3. ANGABEN ZUM DURCHMESSER, DAMIT WIR UNS IM KLAREN SIND!
  4. WELCHE FARBE SOLL MAN WÄHLEN?
  5. WELCHE STÄRKE SOLL MAN WÄHLEN?

1) STRUKTUR DES BINDEGARNS

Die erste Unterscheidung, die wir erkennen, betrifft die Struktur des Garns. Obwohl sie auf den ersten Blick alle gleich aussehen, gibt es an Bindegarnen fünf verschiedene Arten:

  1. Flaches Bindegarn
  2. Geklebtes Bindegarn
  3. Gezwirntes Garn
  4. Zweisträngig gedrehter Zwirn
  5. Texturierter Faden (Bindeseide)

a) Flaches Bindegarn:

Ein flaches Bindegarn besteht aus einer Vielzahl von sehr dünnen, nebeneinander liegenden Mikrofilamenten. Es gibt nur ein paar wenige Verzwirnungen pro Meter. Wenn du versuchst, das Ende eines Flachfadens mit deinen Fingern zu reiben, kannst du diese Mikrofilamente ausfransen und voneinander trennen.

Dieses Bindegarn wird "Flachgarn" genannt, weil seine winzigen Fasern während des Aufwickelns auf den Haken parallel zueinander angeordnet werden und sich abflachen (ABBILDUNG 1). Wenn du Körper mit perfekten Silhouetten schaffen willst, ist der Flachbindefaden ganz sicher eine gute Wahl, denn jede Windung wird perfekt auf der vorherigen liegen. Mit flacher Bindeseide kannst du recht einfach glatte Körper mit einer sehr realistischen allmählichen Verjüngung formen.

Obwohl es auf dem Markt sehr dünne Flachgarne mit einer enormen Bruchfestigkeit gibt, muss betont werden, dass diese Art Bindeseide doch ziemlich empfindlich ist. Die Mikrofilamente sind ohne Verdrehung parallel angeordnet und laufen daher Gefahr, auszufransen. Dieses könnte beispielsweise passieren, wenn du keine Spule mit Keramikkopf verwendest oder wenn du beim Binden die Hakenspitze berührst. Diese Fäden neigen ebenfalls zum Ausfransen, sollten deine Fingerkuppen etwas rau sein. Mit ein wenig Aufmerksamkeit beim Fliegenbinden wirst du dies Probelme aber vermeiden können.

Die flache Bindeseide kann zudem auch für die “geteilte-Faden-Technik” verwendet werden. Dazu musst du nur die Fadenfasern mit einer Nadel in zwei Teile teilen (BILD 2) und dann Dubbing, Federn oder beliebige Tierhaare dazischen legen und auf den Haken wickeln (BILD 3). Du musst dabei jedoch beachten, dass der Faden beim Binden der künstlichen Fliege und bei dem Umwickeln des Hakens zum Verdrehen neigt. Bevor du den Faden mit der Nadel in zwei Teile teilst, solltest du einen Teil dieses Dralls entladen, indem du die Spule in die entgegengesetzte Richtung des Schnurdralls drehst und dadurch die Fasern des Fadens neu ausrichtest.

Unten zeigen wir dir eine Videoanleitung zum Fliegenbinden, in der das Bindegarn gedoppelt wurde. Du kannst aber auch die gleiche Bindetechnik ausführen, indem du den Faden wie gerade beschrieben in zwei Teile aufteilst.

Die gesamte POWER THREAD-Serie von Textreme und NANO SILK von Semperfli sind Flachfäden. Unter diesen Produkten findest du das dünnste Bindegarn der Welt, mit einer beeindruckenden Bruchlast, wie z. B. den revolutionären 50/0 - DEN. 10 von Textreme.

Die Zwirnung des Fadens ist sehr wichtig und wird bei serösen Herstellern nicht zufällig vorgenommen. Man denke nur daran, dass Textreme, eine der renommiertesten Firmen der Branche, die flache Bindeseide durch abgezählte Zwirnungen jeweils abhängig vom Durchmesser des Fadens optimiert. Wie Gilberto Alberti, der Inhaber der italienischen Firma, uns erzählte, sind oft monatelange Tests nötig, um die richtige Zwirnanzahl zu erfahren.

b) Geklebtes Bindegarn:

Das geklebte Bindegarn besteht im Wesentlichen aus einem flachem Faden, dessen Mikrofilamente miteinander verklebt sind. Dieses Verfahren hat z.B. der Ausfransbeständigkeit die gleichen Vorteile wie ein gedrehter Faden.

Da alle Mikrofilamente verklebt sind, ist das Profil eines verklebten Fadens wesentlich runder als die eines flachen Fadens. Doch ändert das am Endergebnis nichts, da auch ein geklebtes Bindegarn sich beim Binden auf den Haken sehr gut abflacht. Wie du in den zwei beschreibenden Videos sehen kannst, bleiben bei der geklebten Bindeseide die Filamente sehr eng beieinander liegen, während der flache Faden dazu neigt, sich in bestimmten Phasen des Bindens zu öffnen.

Die Mikrofilamente können getrennt werden, so dass die Technik des Fadenteilens auch bei diesem Faden angewendet werden kann. Wie bei Flachfäden neigt auch die geklebte Bindeseide dazu, sich bei der Montage zu verdrehen. Um die Mikrofilamente besser trennen zu können, sollte man den den Drall durch das Drehen des Bobbins in entgegengesetzte Richtung entlasten.

Dieser Fadentyp ist einer der am häufigsten verwendeten, und aufgrund seiner Vielseitigkeit und leichten Handhabung ist er besonders für Anfänger geeignet. Die gesamte Textreme STANDARD-Serie wird aus flachgeklebten Fäden hergestellt und mit ihren drei erhältlichen Stärken kannst du die meisten der verfügbaren Fliegenmuster effektiv herstellen.

c) Gezwirntes Garn:

Der gezwirnte Faden besitzt die gleiche Struktur wie der flache Faden, d.h. er ist ebenfalls aus einer Vielzahl von Mikrofilamenten aufgebaut. Der Unterschied liegt in der Anzahl von Verzwirnungen pro Meter. Diese sind viel zahlreicher als beim flachen Bindefaden, wodurch eine abgerundete Form entsteht. Weil der Drall alle seine Mikrofilamente zusammenhält, macht dieses Profil das Bindegarn viel widerstandsfähiger gegen das Ausfransen beim Fliegenbinden.

Obwohl es sich um einen gezwirnten Faden handelt, kann man ihn mit einer Nadel in zwei Teile spalten. Allerdings lässt sich der gezwirnte Faden nur in recht kurze Abschnitte auftrennen. Du kannst die einzelnen Fäden so lange voneinander trennen können, bis die Nadel wegen der Zwirndrehung nicht mehr zwischen die Fasern gleitet. In den meisten Fällen wird er jedoch auf eine für deinen Zweck ausreichende Länge zu teilen sein. Du kannst dieses unterstützen, indem du die Spule in die entgegengesetzte Richtung zur Verzwirnung des Fadens drehst, dadurch werden die Mikrofasern neu ausgerichtet und die Mikrofasern lassen sich wieder leichter trennen.

d) Doppelt gezwirnter Faden:

Die Grundzusammensetzung des doppelt gezwirnten Fadens ist im Wesentlichen identisch mit der eines einzelnen flachen und gedrehten Fadens. So werden wir auch hier unsere inzwischen berühmten Mikrofilamente wiederfinden, aber dank der doppelten Verzwirnung ist dieses Bindegarn sowohl gegen das Ausfransen als auch gegen das Reißen wirklich sehr widerstandsfähig. Um einen doppelt gezwirnten Faden herzustellen, nimmt man zwei gezwirnte Fäden und dreht sie gegeneinander wie ein Seil zusammen.

Diese Art von Bindegarn ist, wie gesagt, extrem widerstandsfähig, hat dafür aber Nachteile hinsichtlich des Durchmessers. Aus diesem Grund eignet er sich nur für besondere Muster, wie beispielsweise große Streamer. Durch das Binden wird der doppelt gedrehte Faden nicht abgeflacht, seine Windungen bleiben kompakt und werden sauber nebeneinander angeordnet (BILD 5).

Wenn du einen doppelt gezwirnten Faden nimmst und ihn mit den Fingerspitzen in die entgegengesetzte Richtung zu seiner Drehung drehst, kannst du ihn in seine beiden gezwirnten Fäden teilen (BILD 6). Das ermöglicht dir, zwischen die beiden Fäden, wie zuvor mit der Technik des geteilten Fadens erläutert, etwas Fliegenbindematerial, wie z.B. Dubbing oder Haare, einzubinden.

Dieses ist ein Modell, das mit dem gerade beschriebenen Bindegarn hergestellt wurde. Du siehst, dass es sich sehr gut zum Binden recht großer künstlicher Fliegen eignet.

e) Texturierte Bindeseide (Floss):

Texturierte Bindeseide, vielleicht besser als "Floss" bekannt, ist im Grunde ebenfalls ein flacher Faden, der jedoch einem speziellen Verfahren unterzogen wird, welches man als “Texturierung” bezeichnet. Es bewirkt, dass die Mikrofilamente "baumwollartig" werden, wodurch der Faden ein flauschiges und rundes Aussehen erhält (BILD 7). Unter der Spannung bei der Fliegenmontage wird das Fadenprofil sehr gut am Haken abgeflacht (BILD 8).

Mit Hilfe dieses Fadens kannst du glatte Körper mit einer sehr realistischen, allmählichen Verjüngung herstellen, denn wie bei Flachgarn liegen auch bei Bindeseide die Windungen perfekt übereinander. Einige künstliche Fliegen werden fast ausschließlich mit Floss gebunden, der sowohl für den Körper als auch für die Rippung verwendet werden kann.

Texturiertes Bindegarn oder Floss ist ein wenig elastisch und sehr weich. Damit kannst du empfindliche Fliegenbindematerialien auf den Haken binden, ohne Gefahr zu laufen, sie zu zerschneiden. Weiches Kunststoffgummi oder Schaumstoff könnte bei der Montage mit modernem, dünnen Flachgarn das Material einschneiden. Dieses kannst du vermeiden, indem du einen breiten Bindeseidenfaden mit mindestens 210 Denier verwendest.

Es gibt auch Microfloss mit einer Stärke von 110 Denier, unterhalb derer Größe das Binden mit Floss jedoch nicht mehr sinnvoll wäre. Microfloss dieser Stärke eignet sich besonders gut, um sogar bei sehr kleinen Kunstfliegen wie Chironomas sehr attraktive farbige Köpfe zu binden.

In unserem Online-Fliegenfischer-Shop findest du die Bindefäden FLOSS und MICRO FLOSS von Textreme, in 210 bzw. 110 Denier.

Hier sind ein paar Beispiele dazu, wie wir Floss-Garn verwendet haben:

2) ZUSAMMENSETZUNG DES BINDEGARNS

Lange Zeit war Seide das Hauptmaterial, mit dem künstliche Fliegen gebunden wurden. Aber mit der Einführung synthetischer Fasern, wie Nylon und verschiedene synthetische Polymere, in die Textilwelt, hat sich auch die Zusammensetzung der Garne zum Fliegenbinden verändert.

Die Materialen für Bindegarne sind vielfältig:

  • Seide
  • Nylon und verschiedene synthetische Polymere
  • Kevlar
  • GSP (Gel gesponnenes Polyethylen)

Nicht alle Firmen geben an, aus welchem Material ihre Bindefäden hergestellt werden. Ich fürchte, dass es nur noch mehr Verwirrung stiften würde, wenn man auf die Zusammensetzung der verschiedenen synthetischen Polymere eingeht. Und es ist auch ziemlich langweilig.

Wenn wir den Bereich des Fliegenbindens für das Angeln am Wildbach betrachten, können wir sagen, dass die am häufigsten verwendeten Fäden aus synthetischen Polymeren, wie Polyester oder Polyethylen, hergestellt werden. Die Fliegenbindefäden, die du in unserem Online-Fliegenfischer-Shop findest, STANDARD THREAD, POWER THREAD und NANO SILK, sind alle aus synthetischen Polymeren hergestellt.

Die Verwendung dieser speziellen synthetischen Polymere hat es ermöglicht, extrem dünne Fäden mit einer Bruchdehnung herzustellen, die noch vor wenigen Jahren unvorstellbar war. Der derzeit dünnste Faden der Welt, der auch für die nächsten Jahren der Maßstab bleiben wird, ist der POWER THREAD 50/0 – DEN. 10 von Textreme.

Um solches Bindegarn erfolgreich zu schneiden, muss es zunächst gespannt werden, und anstelle der traditionellen Schere muss die Klinge wie ein Messer darüber geschoben werden. Alternativ kann auch ein Cutter verwendet werden.

Obwohl synthetische Polymere einen wichtigen Teil des Marktes für Bindegarn eingenommen haben, ist Seide nicht vollständig ersetzt worden. Denn auch wenn sie sicherlich weniger verbreitet ist als in der Vergangenheit, wird sie weiterhin hauptsächlich zum Binden klassischer Fliegen verwendet.

3) DURCHMESSERANGABEN, UM ES KLAR UND DEUTLICH ZU MACHEN!

Es gibt zwei Abkürzungen, die verwendet werden, um dem Käufer den Durchmesser des Fliegenbindefadens anzugeben, und paradoxerweise ist die weniger bekannte auch die genauere. Aber gehen wir einen Schritt zurück.

Es ist nicht klar, wann und wie das XX/0-Messsverfahren entstanden ist, aber wir wissen, dass es das Ergebnis eines alten Berechnungssystems der Textilindustrie ist, um die Dicke von Seide und Baumwolle zu bestimmen.

Dasselbe System wurde auch von den Firmen übernommen, die Fäden für das Fliegenbinden herstellten, was im Laufe der Jahre für viel Verwirrung sorgte. Denn weil es nicht auf einem eindeutigen Messkriterium basiert, ist dieses Messsystem mehrdeutig. Mit anderen Worten: Die verschiedenen Firmen können das XX/0-Maß interpretieren, wie sie wollen, und der Käufer hält Bindegarne in den Händen, die zwar die gleiche XX/0-Bezeichnung haben, aber in Wirklichkeit ganz unterschiedliche Stärken aufweisen können.

Sich auf die XX/0-Messungen zu verlassen, konnte nur in früheren Jahren sinnvoll sein, als es nur wenige Hersteller für Fliegenbindegarne gab, und diese die Erfahrung derer respektierten, die dieses Maß zuallererst verwendeten. Wer also auch immer einen 12/0er Faden produzierte, stellte sicher, dass dieser dünner war als ein vorhandener 8/0er.

Eine der allerersten Firmen, die das XX/0-Maßsystem verwendeten, war UNI, und so ist es vernünftig, diesen Hersteller als Referenz zu nehmen, wenn man sich auf das empirische XX/0-Maß verlässt.

Mit dem Aufkommen vieler anderer Bindeseidenhersteller wurde die feine Nivellierung, die dem XX/0-Maß Sinn gab, schließlich durchbrochen. So täuschten einige Firmen vor, sehr dünne Fäden mit sehr hohen Bruchstärken zu produzieren, und gaben 8/0er Fäden als 12/0er Fäden aus, um sich ein Stück von diesem Markt zu sichern. Auch wenn man meinen könnte, dass dies Betrug wäre, war es dies nicht - rein rechtlich war alles in Ordnung, obwohl der Endverbraucher in gewisser Art und Weise betrogen wurde. Denn das XX/0-Messverfahren unterlag und unterliegt immer noch keinen eindeutigen Parametern.

Um aus diesem Labyrinth der Annäherungen herauszukommen, kommt ein weniger bekanntes, aber viel pragmatischeres Messsystem zur Anwendung: das Denier-System.

Denier ist ein Messsystem, das keinen Raum für phantasievolle Interpretationen lässt und von Textilunternehmen verwendet wird, um den Durchmesser eines Fadens wissenschaftlich zu bestimmen. Oft, aber nicht immer, findest du auf den Etiketten der Bindegarne die Angaben DEN. 110 oder DEN. 220, wobei DEN. für Denier steht und die nachfolgende Zahl das Gewicht in Gramm von 9000 laufenden Metern Fadenlänge angibt. Nehmen wir zum Beispiel:

DEN. 110: Bedeutet, dass 9000 laufende Meter dieses Fadens 110 Gramm wiegen.    

DEN. 220: Bedeutet, dass 9000 laufende Meter dieses Fadens 220 Gramm wiegen.

Bei der Messung mit der Denier-Skala gibt es eine Toleranz von 5 %, so dass ein Denier 110 auch ein Denier 107 oder ein Denier 113 sein kann. Um jedoch eine von den Fliegenbindern deutlich wahrnehmbare Variation der Fadenstärken zu haben, sollte der Denier-Wert um mindestens 25/30% variieren.

Somit ist klargestellt, dass eine hohe Denier-Zahl einem dicken Faden entspricht und umgekehrt. Es ist allerdings schwierig, sich von dem alten Messsystem zu lösen, da viele Fliegenbinder mit der XX/0-Messung vertraut sind. Aus diesem Grund haben wir eine logische Annäherung zwischen XX/0 und Denier erstellt und dabei Textreme, eine der renommiertesten Firmen der Branche, als Referenz herangezogen.

Vergleich mit Textreme Standardgarnen:

  • 8/0 - DEN. 72
  • 6/0 - DEN. 110
  • 3/0 - DEN. 135

Vergleich mit Power Thread Textreme:

  • 2/0 - DEN. 150
  • 7/0 - DEN. 100
  • 12/0 - DEN. 50
  • 24/0 - DEN. 25
  • 50/0 - DEN. 10

4) WELCHE FARBE SOLL MAN WÄHLEN?

Die Farbe des Fadens ist sicherlich wichtig, allerdings nicht so sehr, wie du vielleicht denken magst. Mit einem weißen oder farbneutralen Faden, wie z.B. grau, kannst du die meisten künstlichen Fliegen binden, die du hier siehst. Auch lässt sich ein weißer Faden leicht mit einem Filzstift in einen schwarzen verfärben, bevor du den Abschlussknoten anlegst.

Davon abgesehen gibt es auch Situationen und Fliegenmuster, für die eine bestimmte Farbe erforderlich ist. Vor allem, wenn der Körper der künstlichen Fliege komplett mit Bindefaden hergestellt wird. Im Allgemeinen sollte die Farbe des Fadens mit der des Fliegenbindematerials übereinstimmen. Es wäre also nicht ratsam, einen schwarzen Faden zu verwenden, um weißes Dubbing zu binden.

Wenn du kein mittelgroßes/großes Bindegarn verwenden musst, um einen dicken Fliegenkörper zu erzeugen, kannst du auf die extra dünnen Garne von Semperfli und Textreme zurückgreifen. Ein 24/0 den. 20 grauer Bindefaden wird bei den allermeisten Verwendungen praktisch unsichtbar sein.

In unseren Fliegenbinde-Anleitungen haben wir übrigens fast immer einen grauen 24/0 den. 20 Faden verwendet.

5) WELCHE STÄRKE SOLL ICH WÄHLEN?

Die Wahl der richtigen Fadenstärke ist sehr viel wichtiger als die Farbe des Bindegarns! Die Wahl hängt von der Art der künstlichen Fliege ab, die du binden willst, was du mit dem Faden machen möchtest und welche Art von Fliegenbindematerial du an den Haken binden willst.

Wenn du mittelgroße oder große Fliegenkörper herstellen möchtest, musst du einen flachen Faden verwenden, der dick genug ist, um mit nur wenigen Fadenwindungen perfekte Silhouetten zu formen. Für diesen Zweck empfehlen wir den Textreme POWER THREAD LARGE 2/0 den. 150. Wenn du kleine oder mittelgroße Fliegen binden willst, reicht POWER THREAD MEDIUM 7/0 denier 100 oder STANDARD THREAD 8/0 denier 72 aus. Um die Körper deiner künstlichen Fliegen zu binden, sind auch die Fäden FLOSS und MICRO FLOSS von Textreme eine sehr gute Alternative.

Wenn du mit Ihrem Fliegenbindegarn keine großen Körper erzeugen musst, kannst du auch auf sehr dünne Größen bis zum 50/0 den. 10 zurückgreifen. Diese Fadenstärke ermöglicht es dir, die verschiedenen Fliegenbindematerialien einzuarbeiten, ohne dass ein paar zusätzliche Umwicklungen zu stark wirken und das Profil der Fliege ruinieren.

Ein weiterer Vorteil bei der Verwendung solch dünner Bindegarne ist, dass sie praktisch unsichtbar sind. Du solltest du jedoch bedenken, dass solche dünnen Fäden dazu neigen, die empfindlichen Fliegenbindematerialien zu durchschneiden.

Derzeit ist der dünnste Faden der Welt der 50/0 den.10 von Textreme. Mit dieser Größe kannst du künstliche Fliegen auf mikroskopisch kleinen Haken binden.

Wenn du empfindliches Fliegenbindematerial, wie z.B. Schaumstoff, Gummiwürmer oder Rehhaar einbinden musst, empfehlen wir dir einen FLOSS- oder MICRO FLOSS-Faden, der dank seiner speziellen Behandlung weich und etwas elastisch und daher besonders hierfür geeignet ist.

Um dir eine Vorstellung von der Größe der verschiedenen Bindegarne zu geben, zeigen wir dir in den Bildern unten alle Größen der Textreme Power Thread-Serie. Für jede Größe haben wir 100 Umwicklungen auf einen #14 Haken gemacht:

  • Extrem 10 den. 50/0
  • Mikro 25 den. 25/0
  • Klein 50 den. 12/0
  • Mittel 100 den. 7/0
  • Groß 150 den. 2/0

Hinweis für Anfänger:

Wenn du neu in der Welt des Fliegenbindens bist und nicht weißt, mit welchem Garn du anfangen sollst, empfehlen wir dir einen STANDARD THREAD von Textreme in der Größe 6/0 den. 110. Dank seiner Struktur und seines Durchmessers ist dieser Bindefaden sehr vielseitig und einfach zu verwenden, und du wirst mit ihm bei vielen verschiedenen Fliegenmustern gut zurechtkommen.