Der Trojeralmbach - Trockenfliegenfischen in der traumhaften Kulisse der Hohen Tauern

29.08.2020 21:17

Im August 2020 war ich gemeinsam mit Gabriele an einem ganz besonderen Ort unterwegs, dem Trojeralmbach, einem Zubringer der Schwarzach im Defereggental in Osttirol. Besonders deshalb, weil dieser Bergbach durch ein Naturidyll fließt, das seinesgleichen sucht. Das Herzstück des Revieres befindet sich auf über 1800 m Meereshöhe im Nationalpark Hohe Tauern - hier schlängelt der Bergbach großteils gemächlich zwischen den Almwiesen dahin und ermöglicht eine ausgezeichnete Fischerei mit der Trockenfliege, vor allem auf Bachsaiblinge.

Trojeralmbach

Abschnitt 3 des Trojeralmbaches - traumhafte Kulisse

Hier erfährst du kurz und kompakt das Wichtigste übers Fliegenfischen im Trojeralmbach. Dank der zahlreichen Fotos und dem Video solltest du dir einen guten Eindruck vom Revier machen können. Keine Zeit zu lesen? Am Ende des Beitrages findest du den Infokasten mit allen relevanten Infos auf einem Blick!

Tipp: Schau dir auch unbedingt den Blogbeitrag zur "großen Schwester", der Schwarzach an (erscheint in Kürze).

1. Allgemeine Infos

Der Trojeralmbach gehört zum Fischereirevier des Naturhotel Tandler in St. Jakob in Defereggen - gemeinsam mit einem Abschnitt der Schwarzach. Dessen Eigentümer, Thomas Ladstätter, bewirtschaftet das Gewässer seit vielen Jahren nachhaltig: aufgrund der ausgezeichneten Naturverlaichung und der Entscheidung, catch & release zu betreiben, sind keine Besatzmaßnahmen notwendig.

Bachsaibling aus dem Trojeralmbach

Wunderschön gezeichneter Bachsaibling aus dem Trojeralmbach

Die Wildfische, vor allem Bachsaiblinge und Bachforellen, sind "gut im Futter", robust und kampfstark und haben eine wunderschöne Zeichnung. Aufgrund der Höhenlage beträgt die Durchschnittsgröße der Flossenträger um die 22-25 cm und ist somit standortgerecht. Einzelne Exemplare werden auch größer, wie etwa jene rund 35 cm lange Bachforelle, die ich überlisten konnte (Fotos weiter unten).

Da dieser wunderschöne Bergbach nicht durch Gletscher beeinflusst wird, kannst du die meiste Zeit in glasklarem Wasser fischen - auch nach starkem Regen klart das Wasser innerhalb weniger Stunden auf. Aufgrund der Höhenlage ist die Saison kurz und geht von Juni bis Mitte Oktober. Die Gewässerbreite beträgt je nach Abschnitt zwischen 3 und 5 Metern.

Du kannst dir gut und gerne 2 Tage Zeit nehmen, um einen Großteil des Trojeralmbaches zu befischen, ohne dass langweilig wird. Das abwechslungsreiche Gelände in einer spektakulären Naturkulisse, die Ruhe, die du vorfinden wirst und zu guter Letzt auch die "beißfreudigen" Fische, werden deinen Fischertrip zu einem unvergesslichen Erlebnis machen.

2. Das Revier

Aufgrund der Vielseitigkeit dieses rund 8 km langen Reviers erscheint es mir sinnvoll, bei der Vorstellung abschnittsweise vorzugehen. Denn vom "Wiesenbach-Charakter" bis zum "Wildwasser" ist alles dabei:

Der Trojeralmbach im Defereggental (Österreich) - ein vielseitiges Revier in traumhafter Kulisse

Die schönsten Abschnitte des Trojeralmbaches befinden sich taleinwärts der Jausenstation Trojeralm auf einer Meereshöhe von über 1800 Metern. Ab dem Parkplatz "Trogach" (ca. 5 Fahrminuten oberhalb der Ortschaft St. Jakob) stehen rund 20-40 Minuten Fußwanderung an, um auf diese Hochebene zu gelangen - aber der "Aufstieg" zahlt sich definitiv aus.

  • Abschnitt 1: von der Mündung in die Schwarzach bis zum Parkplatz Trogach (ca. 1,8 km)
  • Abschnitt 2: vom Parkplatz Trogach bis zur Jausenstation Trojeralm (ca. 1,8 km)
  • Abschnitt 3: von der Jausenstation Trojeralm bis zu einigen Almhütten (ca. 1 km)
  • Abschnitt 4: von den Almhütten bis zum Wasserfall (ca. 900 m)
  • Abschnitt 5: vom Wasserfall bis zur bergseitigen Reviergrenze (ca. 2 km)

Wichtiger Hinweis: Lass dich nicht von den Schilderungen der ersten beiden Abschnitte abschrecken - diese sind eher für Hardcore-Fliegenfischer gedacht, die Überraschungen lieben und ihr Glück gerne auch dort versuchen, wo Fische oft nicht mal einmal im Monat eine künstliche Fliege sehen…

Ab Abschnitt 3 wird es hingegen richtig "sexy" - ich habe im Alpenraum selten in einer vergleichbaren Naturidylle fischen dürfen, die zugleich so leicht zugängig ist und trotzdem nicht überrannt wird - typisch Defereggental halt 😉.

Trojeralmbach

Beinahe ein Aquarell, die Aufnahme des Abschnitts 3 bei starkem Gegenlicht

2.1 Abschnitt 1: von der Mündung in die Schwarzach bis zum Parkplatz Trogach (ca. 1,8 km)

Von der Mündung in die Schwarzach bis zur neu errichteten Rückhaltesperre am oberen Ortsende von St. Jakob steigt der Trojeralmbach nur gemächlich an. Wir befinden uns inmitten von St. Jakob, mit beidseitigen mehr oder weniger hohen Ufermauern und umgeben von Häusern - landschaftlich nicht wirklich reizvoll. Von der Rückhaltesperre bis zum Parkplatz Trogach fließt der Trojeralmbach durch ein bewaldetes V-Tal entlang eines Forstweges, das Gelände ist "mittelsteil" - auch hier ist die Kulisse nicht unbedingt berauschend.

Eigentlich wollte ich nichts über diesen Abschnitt schreiben. Er wird lt. Thomas Ladstätter kaum befischt und auch ich konnte aus Zeitgründen nicht prüfen, ob sich einige Flossenträger von meiner Trockenen überlisten lassen würden. Am Ende des Fischertages habe ich mir dann aber doch die Zeit genommen, diesen unteren Bereich abschnittsweise zu begehen. Und ich habe meine Meinung geändert. Denn er bietet teilweise ein gut strukturiertes Habitat, das vom Potential her auch größere Bachforellen und Saiblinge beherbergen könnte.

Fazit: der unterste Abschnitt des Trojeralmbaches ist zwar landschaftlich wenig reizvoll, wäre aber einen Versucht wert - mit Überraschungspotential. Allerdings solltest du halbwegs gut zu Fuß sein...

2.2 Abschnitt 2: vom Parkplatz Trogach bis zur Jausenstation Trojeralm (ca. 1,8 km)

Die meisten Fliegenfischer fahren mit dem Auto von St. Jakob bis zum Parkplatz Trogach. Diese Bergstraße ist anfangs asphaltiert und geht dann in der oberen Hälfte in eine Schotterpiste über - mit einem normalen PKW überhaupt kein Problem. Die Auffahrt dauert rund 5 Minuten. Auch im August ist dieser Teil des Nationalparks Hohe Tauern nicht überlaufen. Der Parkplatz reicht locker aus, um auch gegen Mittag noch stressfrei parken zu können.

Parkplatz Trogach

Ab dem Parkplatz "Trogach", 5 Autominuten oberhalb von St. Jakob, geht's zu Fuss weiter...

Vom Parkplatz aus führt eine Forststraße bzw. abschnittsweise ein Fußpfad direkt zur Jausenstation Trojeralm. Die Wanderung dauert, je nach Fitness, 20-40 Minuten und verläuft immer entlang des Trojeralmbaches. Thomas Ladstätter hat uns berichtet, dass die meisten Fliegenfischer auch diesen Abschnitt nicht befischen, weil sie so schnell als möglich zu den oberen Bereichen des Reviers möchten. Warum erfährst du weiter unten…

Ich habe mich entschieden, bereits am Parkplatz in meine Wathosen zu schlüpfen und während des Aufstiegs einige der vielversprechendsten Gumpen zu befischen. Mit Erfolg, einige kampfstarke Bachsaiblinge, wunderbar gezeichnet, konnten meiner gut schwimmenden Suchfliege nicht widerstehen. Wäre auch komisch - in dieser Höhenlage mit langen Wintern und kurzen Sommern gibt die Natur nur ein Motto aus: "Fisch friss oder stirb". Da der Uferbereich nicht mit Büschen oder Bäumen verwachsen ist und der Bachverlauf sich meist nur wenige Meter vom Fußpfad entfernt, lag es für mich auf der Hand, auch diese Strecke zumindest abschnittsweise zu befischen. Ps. Ein Kescher ist definitiv empfehlenswert, um die überlisteten Flossenträger schonen zurücksetzen zu können.

Trojeralmbach

Es zahlt sich aus, auch die besten Stellen des Abschnittes 2 zu befischen (Blick talauswärts)

Trojeralmbach

Bald ist es geschafft, nur noch wenige Minuten bis zur Jausenstation Trojeralm

Apropos Wathosen: um den Trojeralmbach gut befischen zu können, sind keine Wathosen notwendig. Watstrümpfe oder klassische hohe Gummistiefel (rutschfest) reichen vollkommen aus. Damit sind Bachquerungen an vielen Punkten problemlos möglich. Falls du so wie ich nur Wathosen bei dir haben solltest, ist es eine Überlegung wert, diese erst am Ende des Aufstieges anzuziehen. Denn auch atmungsaktive Wathosen bewirken keine Wunder - zumindest ich war nach Erreichen der Hochebene leicht verschwitzt.

Fazit: wer direkt zu den landschaftlichen Hotspots des Reviers hochwandern will, lässt diesen Abschnitt aus - verpasst aber eventuell die Möglichkeit auf manche Überraschung in Form einer größeren Bachforelle oder eines Bachsaiblings. Einige Würfe am Rückweg könnten eventuell auch eine Option sein…

2.3 Abschnitt 3: von der Jausenstation Trojeralm bis zu einigen Almhütten (ca. 1 km)

An der Jausenstation Trojeralm angelangt, verändert sich die Landschaft komplett: das Gelände wird flach und weit, die Landschaft öffnet sich und der Trojeralmbach schlängelt sich wie ein Wiesenbach sanft durch die Almwiesen der Hochebene. Die Kulisse ist von atemberaubender Schönheit. Von hier aus führt ein Forstweg weiter bergwärts, immer dem Trojeralmbach entlang…

Trojeralmbach

Ein Traum für jeden Trockenfliegenfischer - Wiesenbachcharakter auf 1800 m Meereshöhe

Trojeralmbach

Bilder sagen bekanntlich mehr als tausend Worte - wie gesagt, ich hatte nicht oft die Chance, in einer vergleichbaren Naturkulisse zu fischen.

Diesen Abschnitt habe ich intensiv befischt. Nahezu an jeder vielversprechenden Stelle stieg ein gieriger Bachsaibling auf mein schwarzes Sedgemuster hoch. Die Fische in dieser Höhe sind nicht wählerisch, aber scheu. Um erfolgreich zu sein, kommt es mehr auf vorsichtiges Heranpirschen an, als auf das Fliegenmuster. Wichtig, wie immer beim Trockenfliegen mit der "Suchfliege": sowohl du als auch der Fisch müsst die Fliege gut sehen können und ordentlich schwimmen sollte sie auch, das wars.

Trojeralmbach

Die große Suchfliege (links im Bild), eine Slickwater Caddis, war wieder mal unwiderstehlich

Auf dem Bild sieht man ziemlich gut, dass das Ufer an vielen Stellen beidseitig unterspült ist - die Wiese ragt oft 20-40 cm übers darunter fließende Gewässer. Die Saiblinge stehen oft in diesen Unterständen, verfolgen die abdriftende Fliege kurz und schnappen dann herzhaft zu. Dank des glasklaren Wassers konnte ich diese Szene einige Male beobachten.

Trojeralmbach

Die unterspülten Ufer bieten den Bachsaiblingen und Forellen einen optimalen Unterstand

Trojeralmbach

Die Gewässermorphologie ist vielfältig, ideal um allen Altersklassen der Wildfische einen Lebensraum zu bieten

Trojeralmbach

Kehrwasser hinter Strömungshindernissen und die Strömungskanten sind vielversprechend

Die beste Strategie? Ich habe das Ufer öfters vorsichtig gewechselt (queren ist in diesem Abschnitt auch mit Watstrümpfen problemlos möglich), um die Fliege vom "schlechteren" Ufer aus ans andere "bessere" Ufer mit den Unterständen zu servieren. Die Fliege trieb knapp an der Uferkante ab und wurde nach kurzer Verfolgungsjagd ungestüm genommen.

Bachsaibling Trojeralmbach

Dieser Bachsaibling stand im unterspülten Uferbereich und konnte meiner schwarzen Sedgeimitation nicht widerstehen

Aufgrund des kleinen Gewässers ist es nicht ratsam, dieses permanent watend zu befischen. Anfangs machte ich einige Versuche, in der Mitte des Bachlaufes vorwärts zu waten, um beide Uferseiten von der Bachmitte aus befischen zu können. Diese Strategie war nicht wirklich erfolgreich; einige Fische flüchteten vor meiner Nase weg - ich hatte meine Scheuchwirkung unterschätzt. Natürlich lohnt es sich auch die Gumpen, Kehrwasser, Strömungskanten und alle weiteren guten Stellen zu befischen! Ich wage mal zu behaupten, dass ein durchschnittlicher Fischer im Trojeralmbach imstande ist, die vielversprechendsten Stellen mit Leichtigkeit auszumachen.

Der Trojeralmbach ist hier beidseitig frei von Bäumen oder Büschen, somit ist ungehindertes Werfen auch für Anfänger problemlos möglich. Aber wie gesagt, vorsichtiges Verhalten ist das Um und Auf, um die scheuen Flossenträger nicht zu vergrämen.

Trojeralmbach

Blick bergwärts in Richung Almhütten

Trojeralmbach

Keine mit Bäumen verwachsene Ufer, ideal zum Werfen. Aber Vorsicht, die Wildfische lassten sich durch Schatten leicht vergrämen

Trojeralmbach

Die unterspülten Ufer beherbergen eine Menge gieriger Flossenträger. Fliege einfach auf die andere Uferseite servieren, menden und....anschlagen!

Fazit: der Gesamteindruck dieses Abschnittes ist ausgezeichnet. Hier paaren sich eine beeindruckende Hochebene, mächtige 3000er im Hintergrund und ein dichter Wildfischbestand an wilden Bachsaiblingen. Hier ist Trockenfliegenfischen in Reinkultur möglich und auch angesagt. In diesem Abschnitt würde es mir zu dieser Jahreszeit nie in den Sinn kommen, mit einer Nymphe zu fischen…

2.4 Abschnitt 4: von den Almhütten bis zum Wasserfall (ca. 900 m)

Ab den Almhütten steigt das Gelände wieder sanft an und die Forststraße entfernt sich das erste Mal etwas weiter vom Trojeralmbach. Dieser steigt nun terrassenförmig an und ist gekennzeichnet von einer Abfolge an düsenförmigen Verengungen mit Weißwasser, die in tiefe Gumpen mit Kehrwasserbereichen münden und schließlich flach auslaufen.

Trojeralmbach

Der Trojeralmbach steigt nun terrassenförmig an

Trojeralmbach

Schnell fließendes Wasser wechselt sich mit Gumpen ab

Trotz verwackeltem Video bekommst du einen ziemlich guten Eindruck von den Strömungsverhältnissen am Beginn des Abschnittes 4 (Wasserstand eher hoch)

Trojeralmbach

Die Gumpen werden Richtung Wasserfall immer tiefer, der Wald wird dichter

Diese Bereiche sind mit der Trockenfliege nicht ganz einfach zu befischen, auch weil die Wassertiefe in den Gumpen oft weit über 1 m beträgt. Trotzdem zahlt es sich aus. Diese Standorte beherbergen normalerweise die kapitalsten Brocken eines Gewässers - das Futterangebot ist ideal, ebenso die Unterstände. Diese wunderschön gezeichnete Bachforelle hat sich in einem Gumpen mit Kehrwasser von meiner schwarzen Köcherfliegenimitation täuschen lassen - sie wird um die 35 cm lang gewesen sein…

Bachforelle aus dem Trojeralmbach

Durch die große Suchfliege aus der Tiefe gelockt - um die 35 cm lange Bachforelle

Das Queren des Trojeralmbaches ist hier nicht mehr überall möglich, oft sind umgestürzte Bäume die einzige Möglichkeit (Vorsicht). Bevor das Gelände nun schluchtenartig wird und man sich dem Wasserfall nähert, sollte man sich wieder auf die Forststraße begeben, um den Wasserfall zu umgehen.

Fazit: das terrassenförmig ansteigende Gelände und der Bachverlauf im bzw. entlang des locker bestockten Waldes sind sehr reizvoll. Das Fliegenfischen mit der Trockenfliege ist in den zahlreichen tiefen Gumpen zwar nicht ganz einfach, aber vielversprechend, sofern das Wetter nicht zu kalt ist. Vor allem bei kalter Witterung dürfte die beschwerte Nymphe die bessere Wahl sein, um größere Räuber aus der Tiefe zu locken. Fix ist, dass dieser Abschnitt auch größere Bachsaiblinge und Bachforellen beherbergt!

2.5 Abschnitt 5: vom Wasserfall bis zur bergseitigen Reviergrenze (ca. 2 km)

Nach dem Wasserfall öffnet sich das Hochtal erneut, das Gelände wird wieder flacher und der Trojeralmbach schlängelt wieder gemütlich vor sich hin, in kleineren und größeren Mäandern. Praktisch wiederholt sich eine ähnlich traumhafte Kulisse wie im Abschnitt 3, allerdings noch eine Spur unberührter und noch etwas wildromantischer.

Trojeralmtal

Wilde Traumkulisse reloaded - der oberste Abschnitt des Trojeralmbach-Reviers

Trojeralmtal

Der Beginn der obersten Abschnitts, Blick Richtung talauswärts

Auch dieser Abschnitt weist einen ausgezeichneten Bestand an Bachsaiblingen auf - aufgrund der Höhenlage liegt hier die durchschnittliche Größe bei rund 18-20 cm Länge. Die Zeichnung der Bachsaiblinge, die ich hier überlisten konnte, war beeindruckend schön. Und selbst hier heroben waren die gefangenen Fische in einer erstaunlich guten Verfassung. Die hervorragenden Bedingungen dieses Abschnitts laden wieder eindeutig zum Fliegenfischen mit der Trockenen ein.

Interessantes Detail am Rande. Laut Thomas Ladstätter wurde hier in einem Gemeinschaftsprojekt Brütlinge von "Urforellen" besetzt, also der ursprünglich heimischen Bachforellenstämme…

Fazit: Die wildromantische alpine Hochebene und ein ausgezeichneter Fischbestand zeichnen diesen Abschnitt aus. Sie ermöglichen eine Trockenfliegenfischerei vom Feinsten auf gierige Bachsaiblinge, die perfekt an diesen Lebensraum angepasst sind.

3. Technik und Ausrüstung

Ich liebe das Trockenfliegenfischen mit kurzen Ruten und leichten Schnüren. Da der Trojeralmbach generell wenig verwachsen ist, eignet er sich an vielen Stellen, trotz seiner bescheidenen Breite, perfekt zum Werfen, z.B. vom Ufer aus der Deckung heraus. Hierfür ist eine 7' oder 7'6 lange Rute der Schnurklasse #2 oder #3 ideal.

Falls das Werfen hingegen nicht so das deine sein sollte, kannst du auch eine lange Rute verwenden - dadurch gestaltet die Schnurkontrolle im Wasser (Stichwort Menden) sehr einfach und du kannst deine Fliege an vielversprechenden Stellen präsentieren, praktisch fast ohne zu Werfen. Eine 10' lange Rute der Klasse #3, wie so oft beim European Nymphing verwendet wird, passt perfekt.

Bezüglich Fliegen sind die Bachsaiblinge und Bachforellen wirklich alles andere als wählerisch. Mein Tipp: verwende eine sehr gut schwimmende und ziemlich voluminöse Trockenfliege, am besten in schwarz oder dunkelbraun, auf Hakengröße 12. Verwende einfach ein Muster, an das du glaubst und mit dem du schon oft erfolgreich warst. Wichtig ist, dass du die Fliege gut siehst, um den Anschlag nicht zu verpassen. Außerdem sollte sich die vermeintliche Beute für den Flossenträger, den du nachstellst, lohnen. Also nicht zu kleine Fliegen verwenden, vor allem in den tiefen Gumpen. Imitationen von Köcherfliegen sind ideal.

Suchfliegen Trojeralmtal

Voluminöse, gut schwimmende und gut sichtbare Trockenfliegen sind ideal, am besten in schwarz oder braun

Natürlich könntest du auch mit einer beschwerten Nymphe fischen. Angesichts der idealen Bedingungen für die Trockenfliegenfischerei käme ich allerdings nie auf diese Idee. Außer vielleicht zu Saisonbeginn oder bei Kaltwettereinbrüchen, wenn die Fische nicht an die Oberfläche zu locken sind.

Wichtiger als die Art des Fliegenmusters ist die Art und Weise, wie du dich bewegst. Das Wasser ist glasklar und die Fische sind ziemlich scheu; an diversen Stellen ist es ratsam, gebückt oder sogar auf den Knien zu werfen.

Wie gesagt reichen Watstrümpfe mit Watschuhen oder auch einfache hohe Anglerstiefel vollkommen aus. Brusthohe Wathosen sind in diesem Gewässer überflüssig bzw. eher nachteilig - weil man doch eine gewisse Strecke zu Fuß (aufwärts) unterwegs ist…

Ein Watkescher erleichtert das schonende Zurücksetzten der Fische und gehört somit zur Ausrüstung.

Da wir uns im oberen Teil des Revieres auf 1800 bis 1900 Meereshöhe befinden, solltest du die Wetterbedingungen stets beobachten - im Gebirge geht ein Wetterumsturz oft sehr schnell von statten…

4. Ein Erlebnis auch für Nichtfischer

Wie mehrfach beschrieben ist das Trojeralmtal eine Augenweide und ein Naturjuwel erster Klasse. Es bietet eine erstklassige Fischerei und ermöglicht es zudem, nichtfischenden Begleitern einige unbeschwerte Stunden weit weg von der Alltagshektik zu verbringen.

Kinder lieben es, auf den Almwiesen umherzutollen und in den unzähligen Wässerchen zu plantschen. Bei der Jausenstation Trojeralm gibt es zudem ein Gehege mit allerlei Federvieh sowie Hängebauchschweinen und Hasen. Auch das Kulinarische kommt nicht zu kurz, dank einer umfangreichen Speisekarte mit vielen lokalen Köstlichkeiten.

Trojeralmtal Familie

Die Almlandschaft mit ihren größeren und kleineren Wässerchen ist nicht nur für Fliegenfischer ein Traum

Jausenstation Trojeralm

Die Hängebauchschweine der Jausenstation Trojeralm ziehen Kinder magisch an

Kurzum, das Trojeralmtal lohnt auch als leicht erreichbares Ausflugsziel für die ganze Familie.

INFOKASTEN TROJERALMBACH:

Bewertung: 1/5 = mies, 5/5 = spitze

  • Land: Osttirol (A)
  • Ort: Trojeralmtal, oberhalb von St. Jakob - Defereggental
  • Gewässer: Trojeralmbach (Revierlänge ca. 8 km, auf 1.380 - 1.900 m Meereshöhe)
  • Kartenausgabe:
    • Karten werden NUR an Gäste des Naturhotel Tandler ausgegeben (max. 2 je Tag)
    • Tageskartenpreis 20 € (bei längeren Aufenthalten noch günstiger)
    • Kontaktperson Thomas Ladstätter (Inhaber Naturhotel Tandler, begeisterter Fliegenfischer)
    • www.tandler.at
    • [email protected]
    • Tel. +43 4873 6355
    • Es ist möglich, mit der selben Tageskarte auch in der Schwarzach zu fischen (Blogbeitrag folgt)
  • Schönheit Landschaft: 5/5
  • Touristisches Angebot: 2/5 (für die Natur gibt’s 5/5)
  • Fliegenfischersaison: Juni bis Mitte Oktober
  • Erlaubte Technik & Köder:
    • Fliegenfischen ohne Widerhaken mit 1 Fliege (Trockenfliege, Nassfliege, Nymphe)
    • Catch and release (no kill)
  • Beste Techniken:
    • Warme Witterung im Sommer: Trockenfliege
    • Kalte Witterung und Saisonstart: Beschwerte Nymphe
  • Zielfische:
    • Bachsaibling (90 %)
    • Bachforelle (10 %)
  • Schwierigkeitsgrad:
    • Abschnitte 1, 2, 4: mittel bis schwer
    • Abschnitte 3 und 5: leicht
  • Erreichbarkeit Revier: 3/5
  • Zugänglichkeit Gewässer: 5/5
  • Wildfischbestand: 5/5
  • Gesamtnote (Kategorie Kleingewässer): 4/5
Trojeralmbach Fliegenfischen

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